Album des Tages: Depressive Age – First Depression

Es gibt Alben, die man immer wieder hervorkramt, die niemals wirklich Staub ansetzen, und die immer wieder so viel Spaß machen wie beim ersten Mal. Heute rotiert seit etlichen Minuten “First Depression” der Ostdeutschen “Depressive Age” im Player. Genialer Thrash, über dem mehr als das fulminante Gitarrenspiel Jochen Klemps der wahnsinnige Gesang Jan Lubitzkis thront. Reichlich gewöhnungsbedürftig für die einen, für andere hypnotisierend in einen Bann ziehend, der erst Stunden nach dem letzten Ton nachlässt. Anspieltipps: ‘Beyond Illusions’, ‘Innocent in Detention’ und ‘Never be blind’.

Ruhig ist’s mittlerweile um die Melancholic Thrasher geworden. Dem genialen Debüt folgte das nicht minder geile “Lying in Wait”, auf dem mit ‘Eternal Twins’ einer der besten Songs der Truppe vertreten ist. Der Nachfolger, “Symbols for the Blue Time”, kam dagegen deutlich ruhiger daher und biederte sich ein wenig der Alternative-Welle an. Das vorerst letzte Kapitel ist ein gleichsam erfreuliches als auch trauriges: Mit “Electric Scum” gelingt den Ossis ein herrlicher Schritt in die Moderne, gekrönt vom “Bronski Beat”-Klassiker ‘Small Town Boy’. Leider begehen sie die Dummheit, sich in D-Age umzubenennen, weshalb sie nun niemand mehr im Plattenladen findet. Kurz darauf lösen sie sich auf.

Im letzten Jahr kehrte einzig Sänger Jan Lubitzki auf die Bühne zurück, um mit neu formierter Truppe unter dem alten Namen da anzuknüpfen, wo man mit “Electric Scum” aufgehört hatte. Das Vorab-Tape trägt den Titel “New Bomb Energy”, Gerüchten zufolge sollen die Jungs bei einem Berliner Label gelandet sein, von einem Album ist jedoch leider weit und breit nichts zu hören.

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3 Comments on "Album des Tages: Depressive Age – First Depression"

  1. Jim Kette
    30/09/2006 at 13:00 Permalink

    Vor kurzem hab ich mich mal wieder mit Jan auf ein Bier getroffen und da sprach ich ihn auch auf das Thema an, was nun mit der Reunion-Geschichte aus “Depressive Age” geworden ist. Daraufhin meinte er nur, dass dies endgültig vom Tisch sei und er nun musikalisch das macht, was er schon immer machen wollte, gerade Gitarrenmucke mit krassen deutschen Texten. Die Band nennt sich “Jan Dorn”, ist auf http://www.myspace.com/jandorn vertreten und wird in nächster Zeit zumindest in Berlin Konzerte geben. Also die bisher drei veröffentlichten Songs machen hungrig auf mehr und ich wünsche ihm nur das Beste.

  2. BobGrillen
    30/09/2006 at 14:56 Permalink

    Puh, das trifft. Hatte von ihm ‘ne Vorab-CD-R bekommen mit neuen Depressive-Age-Songs. Da waren schon einige Kracher drunter. “Jan Dorn” hat ja ganz nette Zutaten, aber mit ein paar richtigen Musikern an den Instrumenten hätte vielleicht auch was richtig Gutes draus werden können. ‘Kiefernwald’ war übrigens auch auf der CD, hieß da nur ‘Circles in a Circle’ und klang um einiges geiler (‘Schwarze Flagge’ geht ja mal gaaaar nicht). Solltest du Neues erfahren, freue ich mich über ‘ne kurze Mitteilung.

  3. JimKette
    03/01/2007 at 14:57 Permalink

    Zuerst wollen wir Dir natürlich alles Gute für das neue Jahr wünschen. Jetzt stehen auch die erste Konzerttermine fest. Der Interessanteste wäre Fr, der 2.3.07 in der “Alten Feuerwache Treptow”. Auf unserer Homepage http://www.jandorn.de ist einem neuen Song zu lauschen. Na dann, mach weiter so und wenns gefällt, halt ich Dich weiter auf dem Laufenden…

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