Bobs großer Irrtum

Ich hatte gedacht, mit den Casting-Shows wären wir am Boden der musikalischen Verbrechen angekommen. Wer hatte einen Alexander oder Daniel in Unerträglichkeit und passiver Peinlichkeit toppen können? Dann kam Schnappi. Ok, Sieg nach Punkten für das bekloppte Kinderkrokodil. Dann schlug der verrückte Klingeltonfrosch alle KO. War’s das?
NEIN: Ein paar Vollpfosten drehen einen Clip am dörflichen Weiher, legasthenieren sich durch unaussprechliche Akustikgewalttaten und watscheln wie vergrippte Enten von dannen. Das Internet machte es möglich und verhalf den Schmierlapp-Terroristen nun zum Durchbruch: “Group Tekkan” ward geboren.
Wer hat’s verdient?
All die, die sich im Burger King nur per SMS unterhalten; die der Meinung sind, alle Lieder seien maximal zehn Sekunden lang, und in “Real Tone” und polyphon verfügbar; die CDs bekackt finden, weil die nicht in den mp3-Player passen; und schließlich die, die Tokio Hotel für eine echte Band, Musiker und Bill für ‘nen Kerl halten.
Prost!

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