Brotkrone

Jedes Regierungshaupt ziert eine Krone. Wir kennen diese Dinger, die auf eklatant-dekadente Weise das Herrscher/innenhaupt bedecken. Normalerweise prangen dort, in Gold gefasst, Rubine, Smaragde, Saphire, Hauptsache bunt und groß und selten.
Damals mag es noch Sinn gemacht haben, den eigenen Reichtum zu präsentieren, um sich optisch von den Untertanen abzuheben, heute wirkt es eher antiquiert, ja sogar lächerlich (Ist nicht alle Monarchie irgendwie antiquarisch?).

Amüsiert (meine Mutter würde vermutlich sagen: drollig) betrachtete ich jüngst ein Foto in der “Wochenende”-Beilage der WAZ: Boliviens Präsident Morales posierte dort mit einer Krone aus Brot.
Das Wertvollste im ärmsten Land Lateinamerikas sind eben nicht Gold und Edelsteine, sondern das Grundnahrungsmittel, um das seit jeher alle Völker ihre Gottheiten anflehen. Vielleicht sähen britische Titelträgerinnen auch mal nicht schlecht aus mit einer gefalteten Zeitungskrone, in der zuvor “Fish & Chips” serviert worden sind. Viel schlimmer als die elisabethanische Hutmode kann es ja nicht werden – ganz zu schweigen von den echtpelzigen Hüten ihrer Leibgarde.

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