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	<title>Bob Grillen &#187; Literatur</title>
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	<description>... gibt seinen Senf zur Wurst.</description>
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		<title>Kai Meyer &#8211; Buch von Eden</title>
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		<pubDate>Fri, 06 Apr 2007 13:10:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>BobGrillen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Literatur]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich bin seit Jahren ein großer Fan von Kai Meyer. Er schafft es wie kaum ein anderer, historische Fakten und alte Legenden derart geschickt in fantasievolle, spannende, packende Handlungen einzuflechten, dass seine Romane tatsächlich mal die Bezeichnung &#8220;historisch&#8221; verdienen. Dabei biedert er sich nie irgendwelchen Trends an und verfasst keine Fahrwasserbücher. Dass sein &#8220;Haus des [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich bin seit Jahren ein großer Fan von Kai Meyer. Er schafft es wie kaum ein anderer, historische Fakten und alte Legenden derart geschickt in fantasievolle, spannende, packende Handlungen einzuflechten, dass seine Romane tatsächlich mal die Bezeichnung &#8220;historisch&#8221; verdienen.</p>
<p><span id="more-149"></span></p>
<p>Dabei biedert er sich nie irgendwelchen Trends an und verfasst keine Fahrwasserbücher. Dass sein &#8220;Haus des Daedalus&#8221; vom Verlag urplötzlich unter dem Titel &#8220;Die Vatikan-Verschwörung&#8221; erneut auf den deutschen Markt geworfen wurde, war sicherlich nicht seine Schuld.</p>
<p>Heute habe ich die Lektüre von <strong>&#8220;Das Buch von Eden&#8221;</strong> beendet. Ich zitiere mal den Klappentext:</p>
<blockquote>
<p>Winter 1257. Zwei Reisende kämpfen sich durch Eis und Schnee zu einem einsamen Kloster in der Eifel. Der Novize Aelvin erkennt in einem der Fremden den berühmten Albertus Magnus, begleitet von dem todkranken Mädchen Favola. Sie trägt ein begehrtes Gut bei sich: die Lumina, eine Pflanze, die der Legende nach aus dem Garten Eden stammt. Albertus und Favola wollen das rätselhafte Gewächs zurück an seinen Ursprungsort tragen &#8211; um so das Paradies auf Erden wieder erstehen zu lassen. Doch ein machtgieriger Erzbischof hat andere Pläne, er will die Lumina für sich allein. Seine Krieger sind den Fliehenden dicht auf den Fersen. Aelvin schließt sich den beiden an &#8211; und ahnt nicht, dass damit eine Odyssee bis ans Ende der bekannten Welt beginnt …</p>
</blockquote>
<p>Ein wahrlich fantastischer Reiseroman, fundiert recherchiert und unheimlich spannend geschrieben. Typisch Meyersches Kopfkino halt. Die Geschichte hat mich mindestens zwei Nächte gekostet, in denen ich einfach nicht aufhören konnte zu lesen.</p>
<p>Zwei Stränge werden auf gut 800 Seiten (Ausgabe von Bastei/Lübbe) immer enger miteinander verflochten. Sieht man anfangs noch nicht den Hauch einer Übereinstimmung, fügt sich Seite für Seite ein Puzzlestück ans nächste, so dass Zusammenführung der beiden Handlungen und Auflösung absolut logisch und zwingend erscheinen.</p>
<p>Kai Meyer erschafft hier so starke Charaktere wie in &#8220;Die Alchimistin&#8221; oder &#8220;Göttin der Wüste&#8221;, starke Frauen und Mädchen, die sich nicht nur ihrem Schicksal stellen, sondern ihm trotzig die kampfbereite Faust entgegen recken.</p>
<p>Ein Hinweis im Nachwort macht das Buch im Nachhinein noch um einiges interessanter. Auf seiner Homepage, <a href="http://www.kaimeyer.com" target="_blank">www.kaimeyer.com</a>, hat er ein Schreibtagebuch veröffentlicht, das den/die Leser/in mit auf die Reise zur Entstehung des Romans nimmt, und ebenso interessant ist wie die Erzählung selbst. Quasi ein Blick hinter die Kulissen.</p>
<p>Tee kochen, setzen, lesen!</p>
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		<title>Das Parfüm im UCI Bochum</title>
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		<pubDate>Mon, 02 Oct 2006 20:04:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>BobGrillen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Film]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Skurriles]]></category>

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		<description><![CDATA[Komme gerade zurück von einem optisch recht netten cineastischen Genuss. Tom Tykwer hat sich in sehr opulenten Bildern Süskinds &#8220;Das Parfüm&#8221; angenommen, was ja keine wirkliche Neuigkeit ist. Im ersten Drittel hält er sich auch ziemlich genau an die brillante literarische Vorlage, dann biegt er einige Male ab, um Zugeständnisse an die Dramaturgie zu machen. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Komme gerade zurück von einem optisch recht netten cineastischen Genuss. Tom Tykwer hat sich in sehr opulenten Bildern Süskinds &#8220;Das Parfüm&#8221; angenommen, was ja keine wirkliche Neuigkeit ist. Im ersten Drittel hält er sich auch ziemlich genau an die brillante literarische Vorlage, dann biegt er einige Male ab, um Zugeständnisse an die Dramaturgie zu machen. <span id="more-118"></span>Filmisch nicht schlecht, finde ich gerade diese Abweichungen recht störend. Tykwer macht nämlich den Fehler, einige zentrale Erzählelemente nur stiefkindlich oder sogar gar nicht zu behandeln. </p>
<p><b>[Spoiler]</b>: Es wird überhaupt nicht erklärt, welche Absicht hinter Grenouilles Parfümwahn steht, welche Gier ihn treibt, dass er zunächst mit menschlichen Gerüchen experimentiert, die er sich selbst aufträgt, um unauffällig, bemitleidenswert oder abstoßend zu wirken. Es fehlt die äußerst eindrucksvolle Hochzeitsszene, in der sich Grenouille erstmals mit seiner &#8220;Menschkomposition&#8221; aus Katzenkot, altem Käse und derlei Leckereien unters Volk mischt und als Mensch wahrgenommen wird (schließlich konnte er sich der zuerst getöteten Rothaarigen nur nähern, weil ein Mensch ohne Eigengeruch keinen Platz in der Wahrnehmung seiner Umgebung einnimmt). Nur mit dem Hintergrundwissen des Buches kann man die Konfrontation zwischen Grenouille und Druot verstehen, in der Druot ihn zunächst tadeln will, dann aber eine sehr homoerotische Richtung einschlägt. Und NUR mit Kenntnis des Buches kann man letztlich die Wirkung des &#8220;Parfüms&#8221; am Ende des Films richtig einordnen.<b>[/Spoiler]</b></p>
<p>Sei&#8217;s drum, der Film ist schon nett anzusehen. Genau wie Grenouille-Darsteller Ben Wishaw, der eine schwierige Rolle umzusetzen hatte. Leider ist ihm das nicht immer glücklich gelungen. Er sieht in vielen Szenen einfach zu gut aus, als dass er &#8220;den Zeck Grenouille&#8221; in all seiner Hinterhältigkeit und Verschlagenheit rüberbringen könnte. Ich stellte mir da eher einen Bastard vor aus einem gehetzten, paranoiden, jämmerlich dreinblickenden Peter Lorre (etwa wie in <a href="http://www.imdb.com/title/tt0022100/" target="_blank">&#8220;M&#8221;</a>) und dem unsympathischen Propellermann Karlsson vom Dach (Mats Wikström).</p>
<p>Was mich allerdings noch mehr fasziniert als die Vorstellung eines propellernden Grenouille, ist die Kaffeetheke im <a href="http://www.uci-kinowelt.de/kino/Programm/46/ruhr_park_bochum" target="_blank">UCI</a>. Neben all den verschiedenen Kaffeesorten und -zubereitungsarten gibt es dort auch &#8220;Chocolate Steamer&#8221;. Auf die Nachfrage, was das denn Interessantes sei, kassiert meine Freundin ein lapidares &#8220;Kakao&#8221;. &#8220;Wenn der &#8216;Chocolate Steamer&#8217; einfacher Kakao ist, was ist denn dann der gewöhnliche &#8216;Steamer&#8217;?&#8221; &#8211; &#8220;Milch mit Sirup.&#8221; Na ja, warum &#8220;Kakao&#8221; und &#8220;Milch&#8221; aufs Schild schreiben, wenn&#8217;s auch englische Begriffe dafür gibt, die so furchtbar &#8220;hip&#8221; sind &#8230;?</p>
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		<title>Guten Abend, meine Damen und Hermans</title>
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		<pubDate>Wed, 13 Sep 2006 11:20:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>BobGrillen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fernsehen]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Skurriles]]></category>

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		<description><![CDATA[Ist es nicht köstlich? Da wähnte ich mich schon letzte Woche in Kerners Talk-Himmel, als das heterohomogene Zwillingspärchen Tom und Bill seine Soße zum bunten Geschwaller gab (und war sie nicht zuckersüß, die Frontfrau von Tokio Hotel, mit ihrer tollen Frisur und ihrer eloquenten Gestik?), prompt wird jener Abend getoppt: Eva Herman stellt sich der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ist es nicht köstlich? Da wähnte ich mich schon letzte Woche in Kerners Talk-Himmel, als das hetero<strike>homo</strike>gene Zwillingspärchen Tom und Bill seine Soße zum bunten Geschwaller gab (und war sie nicht zuckersüß, die Frontfrau von Tokio Hotel, mit ihrer tollen Frisur und ihrer eloquenten Gestik?), prompt wird jener Abend getoppt: Eva Herman stellt sich der Kritik an ihrem antiemanzipatorischen Hirnfurz &#8220;Das Eva-Prinzip&#8221; (und ich wollte mich dem eigentlich komplett verweigern, aber gelungener PR kann ich mich nicht erwehren).<span id="more-113"></span><br />
Mein Gott, wurde die auseinander genommen, damit hätte sie aber auch rechnen müssen. Ich dachte, ich fall&#8217; grölend vom Stuhl, als Frau Herman sich <strike>erblödete</strike> aufmachte, von vernarbten Kinderhirnen zu dozieren, nur weil die Mama arbeiten geht.<br />
Vielleicht, aber auch nur vielleicht, greift die perfide PR-Masche ja auch so gut, dass ich mir den Groschenroman tatsächlich zulegen werde. Gelocht, geschnürt und aufgehängt bringt der als amüsante Klolektüre bestimmt einige unserer Gäste ordentlich zum Grinsen auf&#8217;m Boiler.</p>
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		<title>Sakrileg &#8211; Ein Sakrileg</title>
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		<pubDate>Tue, 27 Jun 2006 20:25:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lektorzist</dc:creator>
				<category><![CDATA[Literatur]]></category>

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		<description><![CDATA[Ja, es ist ein blödes Wortspiel, aber es ist auch ein unverschämt blödes Buch. Ich gebe zu, Dan Browns Verschwörungsschinken &#8220;Illuminati&#8221; hatte auch mich in seinen Bann gezogen. Und was lag näher, als vor dem Kinobesuch (oder dem späteren Gang in die Videothek) die literarische Vorlage zu lesen? Immerhin sollte ja Forrest Gump die Hauptrolle [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ja, es ist ein blödes Wortspiel, aber es ist auch ein unverschämt blödes Buch.<br />
Ich gebe zu, Dan Browns Verschwörungsschinken &#8220;Illuminati&#8221; hatte auch mich in seinen Bann gezogen. Und was lag näher, als vor dem Kinobesuch (oder dem späteren Gang in die Videothek) die literarische Vorlage zu lesen? Immerhin sollte ja Forrest Gump die Hauptrolle in dem Streifen übernehmen &#8230;<br />
<span id="more-4"></span>Dass das Buch dermaßen schlecht sein würde, konnte ich nicht ahnen: Mies recherchiert, ein Lektor, der sachliche Fehler übersieht (zumindest in meiner Ausgabe ist die Rede von &#8220;Treabites&#8221; statt von Terabites), und ein Schreibstil, mit dem locker ein &#8220;John Sinclair&#8221;-Roman mithalten kann.<br />
Als Bonus gibt&#8217;s eine äußerst konstruierte Geschichte, bei der etliche historische Fakten absichtlich platziert wirken &#8211; denn wenn man sie schon mal recherchiert hat, kann man sie auch unterbringen. Und zum Ende möchte ich (fast) kein Wort verlieren, falls doch noch jemand dieses Machwerk lesen will (nur soviel: es ist hanebüchener Rosamunde-Pilcher-Unfug).</p>
<p>Warum nun, habe ich mich gefragt, erobert das Buch alle Bestsellerlisten?<br />
Die Antwort ist einfach: Weil jeder noch so kleinhirnige Literaturlegastheniker in der Lage ist, dem Schmalspurplot zu folgen, die Geschichte zu verstehen und, als Sahnehäubchen, das Gefühl bekommt, einer großen Verschwörung auf die Schliche gekommen zu sein.</p>
<p>&#8220;Die Wahrheit ist irgendwo das draußen&#8221;, sagte schon Akte X-Agent Fox Mulder, der zeitgenössischste und prominenteste Verschwörungstheoretiker. Den Louvre mag&#8217;s freuen, Tom Hanks auch, Dan Brown sowieso &#8211; und letztendlich jeden Schriftsteller, dessen Buch sich nun im Fahrwasser der Gral-Templer-Thematik prima vermarkten lässt.<br />
Aus diesem Grund kann man zurzeit keine Buchhandlung mehr betreten: man wird erschlagen von Büchern über DaVinci,  den Heiligen Gral und den Templerorden. Der schlimmste Auswuchs: Kai Meyers Roman &#8220;Das Haus des Daedalus&#8221; (sehr gut, ab der Mitte etwas abfallend, aber immer fesselnd) ist neu veröffentlicht worden. Der Titel: Die Vatikan-Verschwörung. Furchtbar!</p>
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