Ich bin seit Jahren ein großer Fan von Kai Meyer. Er schafft es wie kaum ein anderer, historische Fakten und alte Legenden derart geschickt in fantasievolle, spannende, packende Handlungen einzuflechten, dass seine Romane tatsächlich mal die Bezeichnung “historisch” verdienen.
Dabei biedert er sich nie irgendwelchen Trends an und verfasst keine Fahrwasserbücher. Dass sein “Haus des Daedalus” vom Verlag urplötzlich unter dem Titel “Die Vatikan-Verschwörung” erneut auf den deutschen Markt geworfen wurde, war sicherlich nicht seine Schuld.
Heute habe ich die Lektüre von “Das Buch von Eden” beendet. Ich zitiere mal den Klappentext:
Winter 1257. Zwei Reisende kämpfen sich durch Eis und Schnee zu einem einsamen Kloster in der Eifel. Der Novize Aelvin erkennt in einem der Fremden den berühmten Albertus Magnus, begleitet von dem todkranken Mädchen Favola. Sie trägt ein begehrtes Gut bei sich: die Lumina, eine Pflanze, die der Legende nach aus dem Garten Eden stammt. Albertus und Favola wollen das rätselhafte Gewächs zurück an seinen Ursprungsort tragen – um so das Paradies auf Erden wieder erstehen zu lassen. Doch ein machtgieriger Erzbischof hat andere Pläne, er will die Lumina für sich allein. Seine Krieger sind den Fliehenden dicht auf den Fersen. Aelvin schließt sich den beiden an – und ahnt nicht, dass damit eine Odyssee bis ans Ende der bekannten Welt beginnt …
Ein wahrlich fantastischer Reiseroman, fundiert recherchiert und unheimlich spannend geschrieben. Typisch Meyersches Kopfkino halt. Die Geschichte hat mich mindestens zwei Nächte gekostet, in denen ich einfach nicht aufhören konnte zu lesen.
Zwei Stränge werden auf gut 800 Seiten (Ausgabe von Bastei/Lübbe) immer enger miteinander verflochten. Sieht man anfangs noch nicht den Hauch einer Übereinstimmung, fügt sich Seite für Seite ein Puzzlestück ans nächste, so dass Zusammenführung der beiden Handlungen und Auflösung absolut logisch und zwingend erscheinen.
Kai Meyer erschafft hier so starke Charaktere wie in “Die Alchimistin” oder “Göttin der Wüste”, starke Frauen und Mädchen, die sich nicht nur ihrem Schicksal stellen, sondern ihm trotzig die kampfbereite Faust entgegen recken.
Ein Hinweis im Nachwort macht das Buch im Nachhinein noch um einiges interessanter. Auf seiner Homepage, www.kaimeyer.com, hat er ein Schreibtagebuch veröffentlicht, das den/die Leser/in mit auf die Reise zur Entstehung des Romans nimmt, und ebenso interessant ist wie die Erzählung selbst. Quasi ein Blick hinter die Kulissen.
Tee kochen, setzen, lesen!
No Comments on "Kai Meyer – Buch von Eden"