Wahlalternativen für Vollpfosten

Eigentlich wollte ich mich ja dieses Mal etwas zurückhalten mit Kommentaren zur kommenden Wahl.
Kann ich aber nicht.
Soeben flatterte ein grenzdebiler Spot der “Allianz für Gesundheit, Frieden und soziale Gerechtigkeit” über den Bildschirm, deren stellvertretender Häuptling mein ganz besonderer Freund Dr. Matthias Rath ist. Ja, genau, dieser Krebsspezialist, für den Küssen unterm Mistelzweig das beste Mittel gegen Embolien ist. (Das ist natürlich gelogen, von Klagen bitte ich abzusehen, da ich mich gelegentlich zu Polemik hinreißen lasse.)
In diesem Wahlwerbespot, zu dessen Ausstrahlung die Sender nicht nur verpflichtet, sondern in diesem Fall gewiss auch gezwungen worden sind, wird behauptet, das Ende der Geschäfte der Pharmaindustrie mit den Volkskrankheiten “Herzinfarkt, Schlaganfall und Krebs” senke die Lohnnebenkosten (!) und sei die “Lösung aller großen Probleme unserer Zeit”. “Sie bringt: Vollbeschäftigung, gesunde öffentliche Haushalte und gesicherte Renten.”
Ich habe nicht die geringste Ahnung, welche naturheilkundlichen Pillen man schlucken muss, um solch einen Schwachsinn unter die Leute zu bringen. Allerdings bin ich auch kein Eingeweihter und weiß nicht, welche Vitaminkombination den Krebs besiegt. Wenn ich davon ausgehe, dass Herr “Dr.” Rath mit seiner Politik ebenso erfolgreich ist wie mit seiner Vitamintherapie, kann ich nur hoffen, dass die “Allianz” nicht auch nur eine ernst gemeinte Stimme bei der Wahl einheimst.
Um zwei kluge Frauen zu zitieren:
Meine Freundin würde sagen: “Wenn das Außerirdische sehen, rotten die uns aus!”
Und meine Mutter würde ihre ewige Weisheit hervorzaubern: “Doof bleibt doof, da helfen keine Pillen, die der Arzt verschreibt.”

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