Wetten, dass …? – Yussuf im Fernsehen

Wieder einmal ist es Wetten, dass …?, das mir den Samstagabend verschönern soll(te). Nun ja, abgesehen von recht blassen Gästen bleiben dieses Mal anscheinend auch die musikalischen Darbietungen im Keller.

Es ist zwar nett, dass Cat Stevens Yussuf Islam den Weg zurück ins Fernsehen gefunden hat, dafür aber keine treffenden Töne mehr findet. Der “neue Song” ergeht sich in solch peinlicher Belanglosigkeit, dass ich Yussuf ein schnelles musikalisches Ende wünsche, um ihm und mir die Qual weiterer Ohrverschmutzungen zu ersparen. (Unheimlich differenziert auch das Gottschalksche Interview mit ihm: Öde, leer, ohne Aussage, ohne Provokation.) (Und zum Erbrechen noch das drecksblöde rhythmisch suboptimal eingestellte Publikum, das bei jeder Note, die erklingt, sofort debil mitklatschen muss.)

Nickelback sind ja ähnlich gelagert: Strunzelangweiliger Kuschelrock, bei dem selbst das Kuscheln langweilig wird. Musik dieses Härtegrades haben Bon Jovi schon vor zwanzig Jahren gemacht – und besser. Und die arme Christina Aguilera muss sogar ‘ne Retro-Gardine tragen und nur BH und Schlüpfer (gut, dafür haben die Spanner im Publikum mit ihren Teleobjektiven direkt unter ihre Kameras ejakuliert, wenn man das blöde Grinsen richtig deutet), weil niemand mehr ihre CDs kaufen mag (warum wohl?). (Wer kam überhaupt auf die bekloppte Idee, der Mini-Mieze ‘nen Barhocker hinzustellen? Da ist die doch viel zu klein für.) Iris Berbens Outfit erinnert übrigens auch eher an zusammen gepapptes Lametta als an ein Kleid.

Jetzt kann nur noch Denzel Washington die Show retten, die bisher zu einer der langweiligsten gehört. Denzel ist nämlich einer der besten Schaupieler der Gegenwart, unter den optimal Pigmentierten der legitime Nachfolger des genialen Sidney Poitier, dabei trägt er heute ein furchtbar hässliches Hemd. Aber warum soll er, sollte er die Wette verlieren, als Weihnachtsmann verkleidet das Publikum beschenken? Warum kann er nicht einfach fünfzig Fußbälle signieren, die im Anschluss zu Gunsten eines Kinderheimes versteigert werden?

Und zu den Wetten fällt mir fast gar nichts mehr ein: Tubatröten (Kommentar meiner Freundin: Wenn uns Außerirdische zugucken, was denken die dann?), Weihrauchschnüffeln (da ist übrigens gerüchteweise THC drin), Eier braten, Schnaps zusammenschütten (Für wie blöd hält uns die Zweite Deutsche Fernsehanstalt eigentlich? Nicht, dass Schnaps riecht, Codes für Eis, das Shaken und Schütte(l)n abgesprochen waren … nein! Das ging alles nur über die Geräusche!!!), Geld sammeln (wenigstens das war für ‘nen guten Zweck). *gähn*

Ach ja: Helge spielt Hitler. Kinopflicht!

Und das Boney-M-Medley hat die Saragossa-Band schon in den Achtzigern besser gemacht …

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7 Comments on "Wetten, dass …? – Yussuf im Fernsehen"

  1. Roger
    24/12/2006 at 15:21 Permalink

    Wetten dass!!!?? , es Millionen von Zuschauern gefallen hat!! Wetten dass die neue Scheibe von Cat Stevens, entschuldigung Yussuf Islam, sehr beliebt ist !!
    Tja, welch eine tolle Kritik !!! Vor allen Dingen wahrscheinlich von jemanden, “der Noten nicht von Fliegendreck unterscheiden kann” (frei nach Reinhard May).
    Also meine Frage, hat er Samstags Ábends nichts anderes zu tun? Es gibt am Fernsehen da so einen Knopf …… und dann vielleicht mal ins Konzert gehen oder seine Liebste verwöhnen.
    Miesepeter !!!
    Gruß Roger

  2. BobGrillen
    24/12/2006 at 21:49 Permalink

    Miesepeter? Mitnichten!
    Mach doch mal die Augen auf: Wetten, dass? ist ein Schatten seiner früheren Ausgaben. Die Wetten sind platt, die Promis präsentieren nur noch ihre Veröffentlichungen, Gottschalks Witz wird flacher.
    Und zu Cat Stevens Musik: Vielleicht solltest du dir, frei nach Mey, mal den Fliegendreck aus den Ohren pulen. Mit gutem Songwriting hat der Track nichts gemein. Gar nichts.
    Und, nein, an diesem Samstagabend hatte ich nichts Besseres zu tun, als eine Sendung anzusehen, mit der ich aufgewachsen bin, und die ich bis vor einigen Jahren immer gern gesehen habe.

  3. tenafpu
    13/01/2007 at 20:59 Permalink

    Bobs Urteil über “Wetten dass?” kann ich nur beipflichten. Früher eine kurzweilige und spannende Show mit einem schlagfertigen Gottschalk als Moderator, die ich gerne gesehen habe. Das Potential der ursprünglichen Showidee ist aber inzwischen verbraucht, originelle Wettideen sind Mangelware. Quasi als Entschädigung reichen sich die internationalen Superstars die Klinke in die Hand. Vielen gefällt das offenbar, ich kann damit nicht mehr viel anfangen.

    Und Gottschalk? Na ja, der Mann wird auch älter. Vor ein paar Jahren hat er ja noch drauf bestanden, seine Gags selber zu schreiben. Ob er das immer noch so hält? Ich habe meine Zweifel, vieles wirkt doch arg einstudiert.

    Von dem Lied von Yussuf war ich allerdings positiv überrascht. Die semantische Qualität des Songwritings kann ich nicht beurteilen. Für mich teilt sich Musik in Lieder, die mir gefallen, und solche, die mir nicht gefallen. “Heaven” gehört zu den ersten, den Refrain „I go where true love goes…“ hatte ich nach einmaligem Hören bereits im Ohr. Sicher hat das musikalisch nichts mehr mit den alten Stücken von Cats Stevens zu tun, aber gerade den Verzicht auf Selbstkopie rechne ich Yussuf hoch an.

    Inzwischen habe ich das Album gehört. Auch da: Wenig zu meckern. Die Coverversion von “Don’t let me be missunderstood” wäre musikalisch aus meiner Sicht verzichtbar gewesen, aber da ging es dem notorisch missverstandenen Interpreten wohl vor allem um die Aussage. Ansonsten bedauere ich nur, daß “An other cup” vermutlich das letzte Pop-Album Yussufs sein wird.

  4. HalloMalloKallo
    05/01/2008 at 01:24 Permalink

    Zur eurem ganzen Beschwerdeauflauf habe ich eigentlich nur noch
    eine Geschichte beisteuern über einen Reisefüher.

    Er sagte zusammenfassend über seine Touristenrunden:

    1.Die Amerikaner sind grosszügig. Sie geben viel Trinkgeld

    2.Mit den Italienern kommt man gut aus. Man hat sogar viel Spass und lacht.

    3.Die Deutschen aber … tja die beschweren sich immer sehr viel…

  5. BobGrillen
    05/01/2008 at 09:45 Permalink

    Und du beschwerst dich über’s Posting. Willkommen im Club! ;-D

  6. Hamburger
    15/05/2009 at 18:07 Permalink

    Netter Post!

  7. andy
    22/06/2010 at 01:36 Permalink

    in der Tat…diese debile Mitklatscherei NERRRRVT wirklich ungemein. Aber sie haben ja auch ihre Bands dafür die ihre bereits glücklich vergessenen “Hidds” nach 30 Jahren wieder aus der Versenkung holen und zum Vollplayback runternudeln.

    (Gibt auch Ausnahmen; aber dazu muss man schon zu den Nachbarn gucken: in die SCHWEIZ! Traten da doch tatsächlich ‘Rumpelstilz’ vor paar Jahren nochmal mit ‘Kiosk’ auf in Originalbesetzung und …. 100% LIVE !!! Ergebnis: Minutenlange Standing Ovations. Ein historischer Moment. Tja, so geht’s auch.)

    Süss, nach 4 Jahren des Originalpostings hierzu zu kommentieren. Ich glaube angesichts der derzeitigen killerbienenschwarmähnlichen Vuvuzela-Lärmattacke wünschen wir uns wieder die Tubas von Wetten Dass 2006 zurück, oder?! ;)

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