Wunder gibt es immer wieder … ob nun Daniel in der Löwengrube überlebt oder Jesus ordentlich Wein aus Wasser generiert. Das größte Wunder sind doch Zeugen Jehovas im ach so verpönten World Wide Web.
Gerade haben sie auf ihrem Sonderkongress “Befreiung greifbar nahe” eine Resolution verabschiedet (oder sagt man hier besser: abgesegnet?) (Und was wäre passiert, wenn sie diese “Resolution” nicht angenommen hätten?), die es ihnen verbietet empfiehlt, sich von einigen Angeboten des Internets fernzuhalten, da läuft mir doch glatt ein frisches Blog über den Weg, das sich ganz dem Thema des Sonderkongresses verschrieben hat.
Es ist fast schon süß, mit welcher Naivität zeugende Jehovas von gehirnwäschenden Events berichten, deren Programmpunkte auch vor fünfzig Jahren schon so benannt waren. Auch Mitte der 50er Jahre war die “Befreiung greifbar nahe”, lebten wir alle in den “letzten Tagen” des “Systems der Dinge”. Und was hat sich geändert? Nichts!
Die Gesellschafter der Zeugen Jehovas mit Sitz in den USA behaupten noch immer ungeniert, das Rote Telefon zu Gott zu haben – inklusive der Leuchte, die das Licht der Erkenntnis immer dann heller leuchten lässt, wenn sich eine der unzähligen unsinnigen, Menschen verachtenden, wissenschaftlich widerlegten Lehren nicht mehr halten lässt.
Aber ist es nicht wunderbar, wenn man “Brüder und Schwestern” aus verschiedenen Ländern trifft? Menschen, die alle dieselbe Gehirnwäsche durchlaufen haben? Die alle dieselbe rosarote Brille des unerschütterlichen Glaubens tragen? Die in der Gemeinschaft aufgehen und all ihre privaten Probleme vergessen, weil es für sie nur ein höheres Ziel gibt, das “ewige Leben”? Die ihre Freunde rückhaltlos verlassen würden, wenn diese sich der “Abtrünnigkeit” schuldig machten? Die ihr Leben aufgäben, wenn sie eine Bluttransfusion brauchten, selbst wenn sie eine Familie mit mehreren Kindern zurückließen?
27/08/2006 at 11:35 Permalink
Du hast mer oder weniger ins Schwarze getroffen.
Ein paar kritische Gedanken zu den Zeugen Jehovas:
Kann es oberstes Ziel eines Christen sein, andere zu bekehren?
Gibt es einen Anspruch auf das Paradies auf Erden zu kommen, nur wenn man einer bestimmten Glaubensgemeinschaft angehört? Gehören die anderen zum Teufel?
27/08/2006 at 23:39 Permalink
Nun ja, wenn man die Bibel wörtlich auslegt, kann es nur EINE Gläubigenschar ins Paradies schaffen. Sonst wäre jegliche fundamentalistische Auslegung der Bibel ja für den Pöter, weil sich jeder einfach “seine” Glaubensrichtung aussuchen könnte. Der außen stehende Rest gehört dann nicht zwangsläufig zum Teufel, lediglich zu dem Teil der Menschen, der ewiger Verdammnis (oder ewigem Tod) anheim fällt.
Und die Aufgabe des “Bekehrens”, das “Predigen”, findest du imho in jeder Bibelübersetzung in Matthäus 24,14 – wenn ich nicht irre.